Eine im Arm. Und eine im Licht.

Veröffentlicht am 19. Juni 2026 um 18:12

Vor einigen Tagen entstand ein Lied. Eigentlich wollte ich über meine beiden Hunde schreiben.

Über Lenny. Und über Tauriel. Doch während ich schrieb, bemerkte ich, dass die Geschichte dann doch größer war als ich angenommen hatte.

Lenny war viele Jahre mein Begleiter. Als meine Kinder längst ihre eigenen Wege gingen, blieb er. Er war da. Jeden Morgen, jeden Tag. Still und selbstverständlich. Bis der Tag kam, an dem wir wussten, dass unsere gemeinsame Zeit zu Ende ging. Wir verabschiedeten uns langsam. Tag für Tag. Und als er schließlich ging, wurde es still. Auch in mir. Zum ersten Mal in meinem Leben war niemand mehr da, für den ich Verantwortung trug. Keine kleinen Kinder. Kein Hund. Niemand.

Was zunächst wie Verlust aussah, entpuppte sich später als etwas anderes. Ich begegnete einer Frau, die ich immer übersehen hatte: Mir selbst. Fast drei Jahre lang lebte ich allein.Und irgendwann bemerkte ich etwas Überraschendes. Ich genoss es. Ich genoss die Freiheit. Die Ruhe. Die Möglichkeit, nur auf mich selbst achten zu müssen. Ich lernte, mit mir selbst zu sein. Und genau als ich glaubte, angekommen zu sein, stellte das Leben ganz beiläufig eine neue Geschichte vor meine Tür. Auf vier Pfoten. Mit wachen Augen. Tauriel. Heute liegt sie oft in meinem Arm.

Und manchmal, wenn die Abendsonne über die Dächer von Stadthagen fällt, habe ich das Gefühl, zwei Hundeseelen zu spüren. Eine in meinem Arm. Und eine im Licht. Was ich heute weiß: Liebe verschwindet nicht. Sie verändert manchmal ihre Gestalt. Und sie findet erstaunliche Wege, zu uns zurück.

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